Indien & Nepal | Orchha

16. und 17. Dezember 2015

Orchha

Orchha … Orchha?? Mal keine bekannte Millionenstadt. Gemütliche 12.000 (tausend, nicht Millionen!) Einwohner. Für indische Verhältnisse wohl eher „nicht existent“ – händisch in Google Maps war es auch etwas tricky. Aber was haben wir in Orchha gemacht?

Orchha war gute 400 Jahre Hauptstadt des Fürstenstaates Orchha. Es bietet Paläste, Tempel und Memorialbauten (Chhatris, Kenotaphe)

Anreise

Agra war erstmal unsere letzte Station mit dem Minibus. Von Agra nach Jhansi bewegten wir uns mit dem Zug – ungefähr 3-3,5 Stunden. Und wieder Glück: keine nennenswerte Verspätungen (2,5-3 Stunden waren angesetzt). Ganesha war uns wohl wohlgesonnen.

Vollbeladenes Tuk-Tuk

Vollbeladenes Tuk-Tuk

Die 17km lange fahrt von Jhansi nach Orchha erfolgte mit Tuk-Tuks.

Auf der Strecke, kurz vor Orchha, schauten wir uns noch die Papierrecyclingfabrik „Taragram paper plant“ (dezent zu erwähnen wäre, das sich unser Tuk-Tuk-Fahrer auf den Weg dahin verfahren hat …)

TARAgram paper plant

Shopping in der Papierfabrik
Weitere Bilder hierzu in meiner Galerie

hierbei handelt es sich um ein staatlich gefördertes Umweltprojekt. Es arbeiten ausschließlich Frauen in dieser Papierrecyclingfabrik.

In der Beschreibung von TARAgram heißt es:

Eine Tonne TARA-Papier spart 3 Tonnen Holz, 100qm³ Wasser und bringt ca. 40.000 Rupien an Lohn und gibt uns:

6 Bäume für Lebensspenden Sauerstoff, Boden und Wasser
3 Jahre Kochbrennstoff für eine Dorffamilie
25 Jahre Trinkwasser für eine Person
0,093m² Land für eine Mülldeponie
1 Monatseinkommen für 20 Dorffrauen

Wir haben uns die Produktstraße vom Erhalt des Altpapiers bis zur Produktion vom recycelten Papier angeschaut.

Danach gibt es dann weiter nach Orchha.

Ankunft

Hotel Orchha Resort

Das Hotel in Jaipur war schon klasse – das in Orchha war viel besser! Für einen Ort mit 12.000 Einwohnern schon verwunderlich auf welchem Level das Hotel war. Es hatte alles was man so braucht (wir aber nicht nutzen konnten – weil wir damit etwas überrascht wurden …): Sauna, Fitnessbereich, Pool, Massagen, Shuttleservice (wenn man selbstständig über Jhansi anreist). Das Hotel liegt direkt am Fluss Betwa und der Anlage mit Mausoleen. Zum Dorfzentrum sind es wenige Gehminuten.

Weitere Bilder zum Hotel in der Galerie

Die Stadt

... viel Entspannter als in der Großstadt. Händler am Rand. Kein "Tuk-Tuk??"

Blick über die ruhige Hauptstraße

Straßenhändler dominieren das Stadtbild – wenig Geschäfte, wenig Tuk-Tuks :), wenig Verkehr und natürlich: wenig Menschen. Nach Jaipur, Agra und Delhi eine wahre Erholung. Die Regeln im Straßenverkehr gelten natürlich weiterhin!

Nichtsdestotrotz bietet Orchha alles was eine Großstadt auch bietet:

Und es gibt viel zu besichtigen …

Chhatris / Kenotaphen

Chhatris sind Ehrengräber/Leergräber die an der Stelle der Feuerbestattung wohlhabender Hindupersönlichkeiten gebaut wurden. Orchha besitzt eine Vielzahl dieser bauten. Die bauten sehen überwiegend gleich aus und sind eher Schmucklos.

Paläste

Orchha hat einen größeren Palastkomplex der aus 3 Einheiten besteht. Dem im 16. Jhr. erbauten Fürstenpalast (Raja Mahal), dem im 17. Jhr. erbauten Anbau anlässlich des  Besuches von Mogul Jahangir (Jahangiri Mahal) und der ehemaligen Residenz des Maharadscha Udait Singh (Sheesh Mahal) der hier im 19. Jhr. residierte und welches heute ein Hotel ist. Die Grenzen der Einheiten sind, wie bei solchen Anlagen üblich, fließend – teilweise schwer zu sagen wo man sich gerade befindet.

Wir bekamen hier ein Führung die eine für mich interessante Frage klärte: Warum sind die einzelnen Treppenstufen in solchen Gebäuden so hoch (und das sag ich mit 1,88m – der durchschnittliche Inder ist wesentlich kleiner)? Es ging um den Verteidigungsfall: Man stelle sich einfach mal vor wie schnell man mit Rüstung, Schwert, Schild hier hoch rennen kann. Die Verteidiger können hier gemütlich schlachtend stehend … überrennen ist quasi nicht möglich. Ein Foto aus der Anlage selber fehlt mir – aber oben hab ich ein Beispielfoto der Stufen in den Chhatris verlinkt. Wobei der Sinn in Memorialbauten wieder nicht erkennbar ist … mhhh…

Tempel

Zwei große Tempel gibt es in Orchha:

Der Chaturbhuj-Tempel: Er ist dem Gott Shiva geweiht. Gegen einen kleinen Obolus zeigt die Security gerne den weg aufs Dach. Der Aufgang war Stockfinster, hatte hohe Stufen, es folgten Gänge, noch mehr Stufen, Gänge…. und die Gänge und Treppen hatten sogar für Indische Verhältnisse eine niedrige Deckenhöhe. Mit 1,88m … aber wirklich das äußerste Maximum – ich hatte danach leicht rücken. Die Tortur hat sich aber gelohnt – wir wurden mit einem tollen Ausblick in alle Richtungen belohnt.

Raj-Ram-Mandir: Dieser Tempel, der Palastähnlich gebaut ist, ist dem Gott Rama geweiht. Rama wird in Orchha auch als weltlicher Herrscher verehrt (als Raja) – was es sonst im Hinduismus nicht gibt. Vermutlich ist sein Tempel daher auch eher wie ein Palast aufgebaut (eben ein Palast für einen Raja). Besichtigt haben wir ihn nicht. Aber das Gebäude sticht in der Stadtansicht klar hervor. Am Abend des ersten Tages wohnten wir aber, durch Zufall, der jährlich stattfindenden Hochzeit des Gottes Rama (Lord Ram) bei.

Events

Die Hochzeit des Hindugottes Rama

Gott Rama

Hindugott Rama

Wir hatten Glück und waren zum richtigen Zeitpunkt in Orchha. Hier wird jedes Jahr die Hochzeit des Hindugottes „Rama“ (Lord Ram) gefeiert.

Da die Inder ein sehr feierwütiges Volk sind, lässt man natürlich eine solche Feier nicht ungefeiert. Es kamen Gäste aus der ganzen Umgebung. Das Dorf quillte über ;). Uns wurde mehr als sonst geraten nur das aller nötigstes bei uns bei uns zu haben, da bei dieser enge Diebstähle absolut nicht ausgeschlossen sind.

Unser Guide hat sich mit dem dortigen Verantwortlichen für die Sicherheit gut verstanden und konnte für uns „VIP-Plätze“ besorgen. TOP! Wir konnten gemütlich zuschauen wie es immer mehr Menschen wurden. Diese Plätze genossen dann auch besonderes Augenmerk der Polizei. Einheimische die sich dahin „verirrt“ hatten, wurden gleich weg gescheucht.

Die Hochzeit selber fand im Raja-Ram-Mandir (Tempel) statt. Wir hatten unseren Platz vor dem Tempel. Wie bei großen Menschenansammlung üblich, hatte es überall Polizei. Die Angst vor Terroranschlägen bei religiösen Veranstaltungen herrscht überall.

Wir hatten dann auch noch das Vergnügen und durften dem Lokalfernsehen Interviews geben. Natürlich haben wir gesagt, das wir nur wegen der göttlichen Hochzeit gekommen sind ;). Am nächsten Tag wurden wir dann auch noch in der Lokalpresse erwähnt.

Menschenmengen

Menschenmengen

Als seine Göttlichkeit den Tempel verlassen hat, startet auch sofort die Prozession. Die Menschenmengen wurden dann sehr schnell sehr unübersichtlich. Zum Glück waren wir nicht in dieser Menschenmasse! Wir sind der Menge ein wenig gefolgt und dann aber wieder Richtung Hotel – die große Party stieg dann wohl erst.

Das war das ungeplante Highlight! Wann ist man schon mal dabei wenn ein Gott heiratet :)

Rafting

Leider war ich zweiten Tag in Orchha ein wenig kränklich und konnte somit am Rafting nicht teilnehmen. Laut Teilnehmerfeedback war es gut… mmhhh … Leider keine Fotos.

Cooking-Class

Auch hier konnte ich gesundheitlich bedingt nicht mit machen. Feedback: Es war wohl nicht schlecht – aber Essen … kein Hände waschen etc. Tja andere Standards als in der westlichen Welt.

Weitere Bilder

Wandmalerei im Raja Mahal

Wandmalerei im Raja Mahal
und weitere 100 Bilder in der Galerie unter:
Urlaubsfotos / Indien und Nepal 2015 / Orchha

Elektrik - Hautnah

Elektrik – Hautnah
Paar Bilder von der Anreise in der Galerie unter:
Urlaubsfotos / Indien und Nepal 2015 / Jhansi


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Reiseübersicht

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